Bestellen nach Bauchgefühl kostet Geld
Die meisten Gastronomen bestellen so, wie sie es immer gemacht haben: Blick ins Kühlhaus, kurze Rücksprache mit der Küche, dann die übliche Bestellung beim Großhändler. Das Problem: Bauchgefühl ist kein Bestandsmanagement.
- Schwund: 5–10 % der Ware wird weggeworfen, MHD abgelaufen, zu viel bestellt, falsch gelagert
- Überbestand: Kapital liegt im Kühlhaus statt auf dem Konto
- Engpässe: Samstagabend und die Dorade ist aus, peinlich und teuer
Kassendaten als Grundlage
Dein Kassensystem weiß mehr als du denkst. Jedes verkäufte Gericht, jede Uhrzeit, jeder Wochentag, das sind Daten, die direkt in Bestellvorschläge fließen können.
- Verbrauchsmuster: Montags gehen 20 Schnitzel, freitags 45. Warum bestellst du jeden Tag gleich viel?
- Saisonale Trends: Spargel-Saison, Weihnachtsgeschäft, Sommerterrasse, die Daten zeigen, was wann läuft
- Rezepturen hinterlegen: 1 Schnitzel = 200g Fleisch + 50g Paniermehl. Das System rechnet den Warenbedarf aus den Verkaufszahlen
Automatische Bestellvorschläge
Wenn Verkaufsdaten und Rezepturen verbunden sind, kann die KI Bestellvorschläge generieren:
- Aktueller Bestand wird erfasst (Inventur-App oder Waage mit Sensor)
- Prognostizierter Verbrauch für die nächsten Tage wird berechnet
- Bestellvorschlag wird generiert, inklusive Lieferzeiten der Händler
- Küchenchef prüft und gibt frei
Ergebnis: 15–25 % weniger Schwund und deutlich weniger Zeit für die Bestellplanung. Über ein Quartal summiert sich das auf bis zu 200 Stunden, Zeit, die in der Küche besser aufgehoben ist.
MHD-Warnung und Verwertung
Ein unterschätzter Hebel: Das System weiß, was bald abläuft, und schlägt Verwertung vor.
- MHD in 2 Tagen? → Tagesgericht oder Mitarbeiteressen statt Tonne
- Zu viel Gemüse? → Suppe des Tages auf die Karte
- Automatische Priorisierung: First-in-first-out wird vom System überwacht, nicht vom Menschen
Was du brauchst
- Digitales Kassensystem mit Exportfunktion (die meisten modernen Kassen können das)
- Warenwirtschaftstool, FoodNotify, Apicbase oder einfache Eigenlösungen mit Google Sheets + n8n
- Rezepturen, einmal anlegen, dann läuft es
Kosten: Ab 50 EUR/Monat für Standardtools. Eigenlösungen über n8n-Workflows sind günstiger, brauchen aber initiale Einrichtung.
Nächster Schritt
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